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Wahnsinn frisst Alltag.
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This column's translation: »Gosh, Arny!«

14.12.05

Axel Scherm

Mensch Arnie

Ja, nee, ist klar, Arnie. Du wandelst nur deshalb hier bei uns auf Erden, um uns zu befreien. Von den Streetgangs, von den Motherfuckern, von den Kinderschändern, von den Mördern, Vergewaltigern und all den anderen dauerhaft zugedröhnten Gewaltfreaks. Weg damit!
Du hast Dich ja auch inzwischen vom bösen zum guten Terminator entwickelt. Vom Hohlkopf und Bodybuilder zum Weltmenschen und Gouverneur. Alle lieben Dich dafür.
Und jetzt kannst Du auch endlich wieder eine Kerbe in Deine Pumpgun machen. Wie dankbar dürfen, nein müssen wir sein, dass Du uns Kerle wie diesen scheinheiligen Nigger Stanley Williams vom Hals schaffst. So einen ins Jenseits zu befördern ist auf keinen Fall falsch, auch wenn der gar nichts verbrochen hat und inzwischen Kinderbücher schreibt. Aber potenziell sind die doch alle. Podenzieölll, Du verstehst mich schon.

In der Nacht, Arnie, was machst Du eigentlich in so einer Nacht, wenn sie ihm die Spritze verpassen? Hockst Du mit Deiner Kennedy-Tussi auf der Couch und schaust alte Terminator-Videos an, oder lässt Du Dir die Execution-Show live ins Wohnzimmer übertragen? Den Typen zu Tode zu spritzen ist Dir ja aber wahrscheinlich sowieso zu langweilig. Lieber wär's Dir doch, ihn ein wenig durch die Gegend zu hetzen – Running Man-mäßig, mit Äktschn, gell Arnie, Äktschn.

Mensch Arnie, wachst Du eigentlich manchmal auf in der Nacht und denkst darüber nach, ob Du mit Deiner neuen Hauptrolle nicht vielleicht doch ein wenig überfordert bist? Aber – toc toc toc, ist jemand zu Hause, Mc Fly? – das ist hier ist kein Spielfilm. Im richtigen Leben wachsen die Mordbuben nach wie die Pilze. Du kannst sie nicht alle umnieten.

Ne, Arnie, weil Du als steirischer Anabolika-Hanswurst den Sprung nach Hollywood und dann in die Politik geschafft hast, wirst Du sicher nicht in die Geschichte eingehen. Dazu sind Deine Filme und inzwischen auch Deine Umfragewerte zu schlecht. Wenn Du neulich »Stopp« gesagt hättest, das wäre wert gewesen, in den Geschichtsbüchern aufzutauchen. Aber Du musstest ja wieder einmal den Terminator spielen, vor Deinen reaktionären Freunden und all den unzähligen Law and Order-Gutmenschen im Staate Kalifornien.

Hasta la vista, Baby.
Weißt Du noch, Arnie, das war mal ein wirklich gutes Filmzitat.

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Axel Scherm

Geboren 1961 in Bayreuth – Festspielstadt, Beamtenstadt, Universitätsstadt. Richard Wagner lag ihm nicht und Beamtentum schon gar nicht. Zur Uni hat's wegen Abi (sprich kein Abi) nicht gereicht, aber immerhin Fachhochschule: Studium der Betriebswirtschaft. Das brachte schließlich ein paar [..]

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