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Wahnsinn frisst Alltag.
Alltag frisst Wahnsinn.

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22.06.05

Guido Grigat

BILDblog, gottlob!

Meine Notiz vom 20. April über Notizen über »Notizen über eine große deutsche Boulevardzeitung« muss endlich, rechtzeitig bevor BILDblog den Grimme-Internetpreis empfangen wird, in die Tat umgesetzt werden. Ich gelobe also feierlich, BILDblog zu loben.

Hiermit.

Warum ist BILDblog so fantastisch? Um diese Frage zu beantworten, muss man wissen, warum eigentlich alle – und BILDblog in hervorstechender Form – ausgerechnet auf der BILD-Zeitung rumhacken. Denn kein BILDblog ohne BILD. Fange ich also mit der BILD an. Lügen wie gedruckt. Drucken wie gelogen. Darf ich ungestraft – Voraussetzung für ein Lob des BILDblogs – behaupten: »BILD lügt!«? Ich bin nicht so mutig wie die BILDblogger und fürchte durchaus die Gewalt besagten Blattes. Irgendwo habe ich einmal gehört, zu einem Polizisten dürfe ich nicht ungestraft sagen, er sei ein Schlumpf. Wenn ich hingegen hinginge und ihm mitten ins Gesicht sagte »Polizisten sind Schlümpfe!«, dann wäre das meine freie Meinungsäußerung und bliebe daher straffrei. Übertrage ich das auf mein Anliegen, müsste ich also einen Satz vorausschicken wie »Zeitungen wie die einzigartige BILD lügen.« Das ist doch Quark. BILD lügt. Alle Indizien sprechen dafür. Es kann von verschiedensten und prominentesten Stellen bestätigt werden. Öffentlich. Jederzeit. Und schließlich behauptet BILDblog das auch. Darum geht es ja. Das ist BILDblogs Auftrag. Ich kann »BILD lügt« behaupten, ohne es beweisen zu können, weil es meine (fundierte) Meinung ist. Aber BILDblog kann das viel besser als ich, weil es die zur Lüge gehörige Wahrheit recherchiert und präsentiert. Und damit die Lüge greifbar macht und beweist. Und es in griffigen Überschriften wie »Bild« beweist: »Bild« lügt auf den Punkt bringen kann.

Fehler passieren natürlich überall.
Und Online-Medien etwa haben natürlich viel mehr Möglichkeiten zu korrigieren. Weil nichts in Stein gemeißelt am Kiosk liegt, sondern in ständigem Fluss elektronisch abgerufen wird. Das verleitet zwar auch zu einer Art unsäglicher Leichtigkeit des Seinlassens beim Fertigen der Artikel. Dennoch muss ganz klar sein, dass es nicht um Tippfehler geht, nicht mal um unvermeidliche Unpässlichkeiten während der Recherche. Es geht nicht um unzureichende oder fehlende Dokumentation. All das würde keinen BILDblog wertvoller machen als zum Beispiel einen SPONblog, sehen wir von der übermächtigen Reichweite der BILD ab.

Aber mutwillige Wahrheitsvernichtung passiert bei BILD in einem Umfang, in dem dies bei Anderen nicht passiert. Oder wenigstens schreiben Andere »Satireblatt« dran.

Natürlich manipulieren alle ihre Leser. Alle versuchen, die hauseigene Sicht der Dinge (wo es die gibt) dem Leser schmackhaft zu machen, und zwar mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.
Nur, und das ist der Knackpunkt, stehen der BILD weit mehr Möglichkeiten als allen anderen zur Verfügung, wie es aussieht. So sehr offensichtliche Desinformation wie in der BILD (nicht zuletzt dank BILDblog im Detail festgehalten) kann ich hierzulande anderswo – glücklicherweise – kaum finden. Also wird anderswo nicht gezinkt? Doch, wahrscheinlich. Bei aller Abstraktion legt dies zum Beispiel Hellmuth Karaseks überaus vergnüglicher Roman »Das Magazin« an mehreren Stellen nahe.

Trotzdem ist etwa der SPIEGEL nicht randvoll mit Richtigstellungen zur Ausgabe der Vorwoche. »Das ist aber auch bei der BILD nicht so«, höre ich Mr. Hyde einwerfen, und mir wird klar, dass es für den Laien einfach nicht festzustellen ist, ob die Großen der Presse (und aller Medien) der Wahrheit wirklich alle deutlich stärker verpflichtet sind als eben BILD. Hinter der Annahme, dass dem so sei, steckt nicht viel mehr als eine Ahnung, eine Hoffnung. Das spielt bei den kleineren Medien auch keine große Rolle? Bei den anderen Großen hingegen kann uns das nicht egal sein. Wegen ihrer Größe, ihrer Relevanz, der Wiederspiegelung und eben auch ihrer Möglichkeiten zur Gestaltung der »Volksseele« liegt das Augenmerk immer wieder – kaum Zufall – auf der BILD. Wikipedia schreibt derzeit: »umstritten ist die tatsächliche Bedeutung der BILD als meinungsbildendes Organ«. Schwer vorstellbar, was daran umstritten sein soll, bei bis zu zwölf Millionen Lesern!?

Weshalb nun ein BILDblog eine Milliarde Mal notwendiger war und ist als etwa ein SPONblog: Bei der BILD wird ohne Rücksicht auf Verluste gelogen, dass sich die Balken biegen.

Na schön, Pressefreiheit, sagen die einen. Auszeichnen muss man die Lügen dennoch. Was heißen soll: Man muss nicht nur den Preis (die Wahrheit) kennen, sondern auch »Lüge« an die Lügen dranschreiben. BILDblog tut das. Geschieht dies nicht, ist nicht Pressefreiheit in Gefahr, sondern Volksverdummung in Verzug. Genau die findet in der BILD deutlich über Gebühr, offensichtlich vorsätzlich, statt.

Aber das weiß doch sowieso jeder?

Ich erinnere mich noch an die Schulzeit, vielleicht achte Klasse? War uns Schülern damals nicht schon vor dem Zerpflücken der BILD in die verschiedenen Textsorten klar, dass ein Großteil darin schlicht frei erfunden war? Ich nannte es damals »übertrieben«. Aber ich meinte: »ausgedacht«.
– Nein. Das ist nur im Blick zurück so. Damals konnte ich keineswegs beurteilen, ob das, was BILD schrieb, auch so passiert war. Dr. Sommers Mogeleien waren einfacher zu überführen. Trotzdem war die BILD im Blick zurück immer ein eher literarisches Werk denn Presse. Nur muss man auch das dranschreiben, wenn Sie mich fragen. BILDblog tut dies, soweit dies nur möglich ist. BILDblog thematisiert, was seit Generationen aufregt; macht Allgegenwärtiges wieder spruchreif, oder im Fall der Aufdeckung von Lügen in der BILD: spruchunreif. Dafür gebührt BILDblog großes Lob. Ganz pauschal, noch unbesehen, allein schon für die Idee.

Und auch im Detail.

Zum oft zitierten, wenn auch banalen Beispiel vor einem knappen Jahr in »Schall, Rauch und Schnee«. Medienjournalist Christoph Schultheis, laut Impressum des BILDblog Verantwortlicher, dazu gegenüber dem NDR: »Letztens gab es dieses Bild mit dem ersten Neuschnee, wo die BILD-Zeitung ein hübsches Foto von dem kleinen Benny hat, wie er den Schnee auf der Zugspitze zusammenkehrt. Das ist ja ganz hübsch, aber das gleiche Bild gibt es auch in der Süddeutschen Zeitung. Da ist es allerdings der kleine Feisal aus Kuweit. Wenn man sich dann das Original-Bild von AP anschaut, sieht man, es ist tatsächlich der kleine Feisal aus Kuweit, den die BILD-Zeitung einfach zu Benny gemacht hat.«

Oft sind die Ungereimtheiten, über die BILDblog berichtet, leider weit weniger harmlos. Ich brauchte nur eine Minute, bis ich einen Absatz aus dem BILDblog unter der Überschrift »Bild« verletzt Menschenwürde fand, in dem jede Menge Worte zu finden sind, die klar machen, in welcher Situation wir uns in diesem Land mit der BILD und ihren, ich wiederhole mich, nach verschiedenen Quellen unvorstellbaren bis zu zwölf Millionen Lesern täglich befinden, und wie viel Not Aufklärung hier tut: »Wie nennt man solche »Berichterstattung«? Kekilli nannte sie eine »dreckige Hetzkampagne« und »Medienvergewaltigung«. Der Deutsche Presserat nannte sie »eine Entwürdigung und Verletzung der Menschenwürde«. Jetzt hat auch das Berliner Kammergericht Worte gefunden: Sie sei »Teil einer Kampagne«, mit der Kekilli »in höhnischer Weise herabgesetzt und verächtlich gemacht« worden sei. »Ein derartiger Eingriff in die Würde eines Menschen« sei durch die Freiheit der Berichterstattung »nicht mehr gedeckt«.«

Dagegen hat BILDblog etwas. Dagegen, dass BILD trotzdem einfach weitermacht, als ob nichts wäre. Bitte stöbern Sie selbst im BILDblog. Ihnen wird schnell klar, dass zum Beispiel die BILD keineswegs vertrauenswürdiger ist als die stetig wachsende Schar an Prominenten, die Stein und Bein schwören, sie hätten das, was BILD von Ihnen »zitierte«, niemals gesagt.

»Im Jahr 2004 wurde die BILD durch den Presserat zwölfmal gerügt. Das entspricht rund einem Drittel der 2004 insgesamt ausgesprochenen Rügen.« (Wikipedia)

Das alles legt nahe, dass BILDblog am besten gleich mitgeliefert würde. Mit der BILD. Die direkte Berichtigung ist Zweck des BILDblogs. Nicht der anklagende Roman, nicht das moralisierende Fernsehspiel. Aber natürlich funktioniert BILDblog auch in dem Sinne ohne BILD, als ich mir mit BILDblog auch als notorischer BILD-Verweigerer ein Bild über BILD machen kann.
Aber so ist es nicht. BILDblog wird nicht beigepackt. Und so bleibt die Gefahr, dass die vorsätzliche Volksverdummung voranschreitet, während andernorts jene, die ohnehin ohne BILD leben, die Verdummung der Massen gedämpft und bekämpft glauben, obwohl – worst case scenario – keine Schnittmenge vorhanden sein könnte zwischen BILD-Lesern und BILDblog-Lesern. Einfache Mengenleere.

Noch besser freilich wäre, die BILD würde stoppen oder gestoppt werden: Schließlich treibt einen nach ausgiebiger (aber auch schon nach kurzer) Lektüre des BILDblogs die alte Frage um, wie das denn sein kann? Wie die BILD einfach so weitermachen kann? Seit Jahrzehnten! Ungestraft. Jedenfalls nicht ausreichend gestraft. Unkorrigiert. Jedenfalls kaum noch spürbar korrigiert. Nun ja. Dank BILDblog nur beinahe.

Auch dank BILDblog. Natürlich sind die BILDblogger nicht die ersten, die auf die Idee kamen, gegen die BILD anzuschreiben. Aber sie haben dem Ganzen einen sehr griffigen neudeutschen Namen gegeben: BILDblog. (Wie liest man das? Mit breitem »b« wie BILD belog?) Und sie haben mit ihrem Weblog einen hervorragenden Weg gefunden, den Zweck der möglichst unmittelbaren Korrektur der BILD-Artikel zu erfüllen. Ich habe mir so eine Berichterstattung 1:1 immer gewünscht – früher fand sie kaum statt, konnte so nur schwer stattfinden. BILDblog hat meinen Wunsch erfüllt. Und man sieht, wie bemüht, mit Erfolg, die Macher sind, ihre Sache richtig gut zu machen. Zum Beispiel macht der (oder das?) BILDblog, der (oder das?) natürlich auch Fehler macht, nicht den Fehler, Richtigstellungen so sehr zu verstecken wie Bild & Co das eben tun. Die Leser, hoffe ich, achten darauf. Ich wünsche mir, dass für wiederkehrende Leser klar erkennbar ist, wenn BILDblog sich in den zurückliegenden Tagen grundsätzlich geirrt hat. Das bedeutet die Glaubwürdigkeit, ohne die BILDblog keine Funktion mehr ausüben kann außer zu stänkern. Hier hat BILDblog einen gewaltigen Vertrauensvorschuss auf seiner Seite. Und tatsächlich nimmt man beim BILDblog solch wichtige Details wahr: Es wird nicht gelöscht. (Zumindest scheint es so, den konkreten Vergleich habe ich nicht dokumentiert. Hier greift der riesige Vertrauensvorschuss.) Es wird stattdessen durchgestrichen. So wird klar, was konkret berichtigt wurde. Der Leser darf, gewaltiges Pfund des BILDblogs, aus und mit den Fehlern der BILDblogger lernen. Sollen andere sich bitte ein paar Scheiben abschneiden.

Natürlich sind auf diese Weise auch ganz vorzügliche Spitzen möglich. Da muss BILDblog aufpassen, nicht zu übertreiben. Denn das lockt sicher und ruft und zieht, die Möglichkeit, Gedanken auf diesem Wege zu trivialisieren: »BILD lügt übertreibt maßlos«. Übertreiben darf BILDblog nämlich leider niemals, wegen seines eigenen Auftrages. Es darf niemals unsachlich werden, niemals ungenau. Das heißt zum Glück noch lange nicht, dass BILDblog furztrocken rüberkommen muss. Man kann BILDblog, wenn man beide Augen zu drückt vor der Unmenschlichkeit, die einem immer wieder in den Zitaten aus der BILD begegnet, als reine Spaßveranstaltung nehmen, wenn man will. Braucht man aber nicht. Bei allem gebotenen Ernst ist BILDblog zum Schreien komisch. Das Linial wird reichlich auch zum Schabernack in der Mitte der Zeilen angesetzt, wenn es etwa heißt »... gegengedarstellt gegegendarstellt gegendargestellt ...«.

Und auch trockener Humor ist erlaubt wie nötig. Beispielsweise vor kurzem erst, als es hieß: »Kai Diekmann ist ein ehrenwerter Mann. Nie würde er es zulassen, dass seine Zeitung eine Schauspielerin wochenlang durch die Schlagzeilen zerrt, nachdem sie sich gegen Nacktaufnahmen in einem anderen Springer-Blatt gewehrt hat. Seine Zeitung hat die Schauspielerin Alexandra Neldel nur tagelang durch die Schlagzeilen gezerrt, nachdem sie sich gegen Nacktaufnahmen in einem anderen Springer-Blatt gewehrt hat.«

Ganz im Ernst kann man transparenter als durchzustreichen statt zu löschen kaum vorgehen. (Sehen wir davon ab, dass solche Texte dort, wo die Durchstreichungen aus technischen Gründen nicht funktionieren, unverständlich sind.)

»Eine Zensur findet nicht statt«, heißt es, na wo? In Artikel 5 des Grundgesetzes, also ziemlich weit vorne. BILDblog voran. Nun – überspitzt gefragt, denn Zensur kommt in einer Demokratie wirklich niemals in Frage – ist diese (übrigens nur angeblich in Deutschland) nicht stattfindende Zensur womöglich auch der Grund dafür, dass das Treiben der BILD kein Ende findet? Wird dabei nicht übersehen, dass die BILD selbst eine Zensur darstellt? Zensur der Wahrheit für ihre Millionen Leser? Es fände nach dieser Sichtweise sehr wohl eine Zensur statt, nicht von staatlicher Stelle, sondern in stattlichem Umfang von denen, die so betont die Meinung ihrer Leser bilden. Was sie noch nicht von aller anderen Presse unterscheidet. Der Stil, bei der BILD ergo der Inhalt, gibt hier den Ton an!

Überschätze ich die Kraft der dunklen Seite der Macht?

Unterschätze ich die Leser der BILD, wenn ich von Zensur der Wahrheit rede?

Was ist denn mit der Verblödung der Massen durch das vielbeschworene Unterschichtenfernsehen? Brauchen wir nicht auch etwa einen RTL2blog? – Selbstverständlich brauchen wir den! Zu jedem größeren Sender benötigen die Empfänger unabhängige Störwellen. Die BILD allerdings ist einer der meistzitierten Sender und bestimmt damit über die eigene Reichweite hinaus Meinung und Wahrnehmung. Geschichten, die außerhalb BILD eigentlich zu dumm oder krumm wären, um über sie zu berichten, werden mit Knicks und Kusshand unter dem Deckmantel »BILD berichtet« eben doch weiter verteilt. Ist Ihnen auch schon aufgefallen, wie oft die BILD-Titelseite auf Nachrichtenseiten wie SPIEGEL ONLINE im Netz zu sehen ist? Zu oft! Und heißt es dann »BILD übertreibt maßlos?« Kaum. Denn darum dreht es sich nur selten. Dass BILD zum Beispiel mal wieder Meinung nicht repräsentativ erfragt, sondern lieber gleich selbst gebildet hat, steht selbst in offensichtlichen Fällen weder in der Überschrift noch im ersten Absatz, sondern ist wie gesagt kaum das Thema. Stattdessen wird das Reißerische, nur darum geht es, das Marktschreierische, das Quotenerzielende der Aussagen der BILD geschickt (oder ungeschickt) übernommen. Erst später, vielleicht, beiläufig, »ist ja schließlich eh klar«, wird in einem tieferen Absatz allenfalls die natürliche Abscheu zum Ausdruck gebracht gegenüber den Kollegen von der BILD: das sei alles mit Vorsicht zu genießen.

Wenn also niemand es mehr hören kann, weil alle es ja sowieso wissen, und keiner mehr die unsauberen Methoden der BILD thematisieren mag, wozu dann überhaupt BILDblog? Weil niemand es mehr hören kann, weil alle es ja sowieso wissen, und keiner mehr die unsauberen Methoden der BILD thematisieren mag.

Im Übrigen wird schon noch ständig gejammert über die BILD. Überall. Doch. Was also lässt mein Herz höher schlagen für BILDblog? Der Verzicht auf das Jammern! Besser als Jammern ist das kleinliche Zusammentragen aller kleinen und großen (damit) aufgedeckten Fehler, das korinthenkackerhafte Berichtigen und das penible Recherchieren der fehlenden, ehedem in BILD gelöschten Wahrheit.

Nur in diesem Kontext ergibt BILDblog Sinn. Nur in diesem Sinne gebühren BILDblog Lob und Anerkennung und alle guten Wünsche. Möge BILDblog niemals die Rolle einer reinen Anstandsseite für notwendige Kritik spielen. Möge es nie jammern, nie mit all zu literarischem Anspruch daherkommen, bei aller Schreibwucht, die da doch vorhanden ist, zum Glück.

Ich halte das für eine schwierige Aufgabe.

Für die weitere Zukunft wünsche ich mir daher über den BILDblog hinaus einen Medienblog, einen »Lügenbold« etwa, wo alle Desinformation gefettet an den Pranger kommt. Für die nahe Zukunft wünsche ich dem BILDblog viele Leser. Ein Wunsch, der allmählich in Erfüllung geht, wenn ich die aktuell angegebenen »über 15.000 Besucher täglich« mit einer Aussage Schultheis' vom Juli 2004 gegenüber onlinejournalismus.de vergleiche: »Aber es wäre albern zu behaupten, es würde uns nicht freuen festzustellen, dass wir offenbar täglich rund 400 Zugriffe haben.«

Weiterhin gutes Gelingen! Es tut gut zu wissen, dass da welche nicht davor zurückschrecken, fremde (oder, wer weiß, auch eigene) Nester zu beschmutzen. Es tut gut zu wissen, dass sich da welche nicht scheuen, Lügen als Lügen zu bezeichnen. Es tut gut, eine Anlaufstelle zu haben, die wieder sensibilisiert (über die Grenzen der durch »fehlerhafte Berichterstattung« direkt Betroffenen hinaus), wie dies vor allem Böll (»Die verlorene Ehre der Katharina Blum«) und Wallraff (»Der Aufmacher«) in den 70ern und 80ern geleistet haben.

Das ist eine verdammt gute Tradition, die BILDblog weiterführt.

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Guido Grigat

Guido Grigat erblickte 1969 in Toronto als Patrick Del Manary das Licht einer Welt, die darüber nicht so aufgeregt war wie über die soeben geglückte Mondlandung Armstrongs.

Anfang der Neunziger einige Bissen Kunstgeschichtsstudium, auch Germanistik.

Entdeckte das Internet Ende [..]

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