
Joachim Hübner kam 1954 in schleswig-holsteinischer Kleinstadtidylle auf die Welt. Kaum hatten seine Eltern ihn in Windeln gewickelt, packten sie Nierentisch, Cocktailsessel und Musiktruhe zusammen und zogen mit ihm nach Lübeck. Dort buddelte er sich durch die Sandkästen, avancierte später zum pädagogischen Problemfall städtischer Lehranstalten und futterte sich nebenbei mit Lübecker Marzipan erste Fettreserven für schlechtere Zeiten an.
Weil das Holstentor damals noch den 50-Mark-Schein zierte, lag es für ihn als Hanseaten nahe, nach dem Abitur zunächst einmal ins Bankfach einzuschlagen. Joachim lernte allerlei von Soll und Haben und derlei Kaufmannsdingen. Vor allem aber erlangte er beim Abtippen endloser Zahlenkolonnen die volle Kontrolle über die Zifferntasten der seinerzeit noch mechanischen Schreib- und Rechenmaschinen.
Auf Dauer war ihm das nicht genug. Um sich auch noch die Buchstaben gefügig zu machen, sattelte er um auf ein textlastiges Metier und wurde Jurist. Seitdem traktiert er die gesamte Tastatur, die inzwischen Keyboard heißt.
Bei so viel beruflicher Schreibarbeit kam ihm der Gedanke, den Zeichensalat auch für andere Sachen zu verwenden als nur für Bilanzen, Aktenvermerke und Protokolle über die Schandtaten böser Buben. Mit Leidenschaft hämmert er Texte in seinen heimischen Computer. Der steht in Hamburg, wo Joachim seit einigen Jahren lebt.
Joachim Hübner im Frankfurter Magazin.
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